Vanguard FTSE All-World ETF: Was steckt eigentlich drin

ETF’s (Exchange-Traded Funds) sind Finanzprodukte, welche wie Aktien an der Börse gehandelt werden können. Sie orientieren sich dabei an einem Index und bilden diese so gut es geht ab. Somit investieren Produkte wie der Vanguard FTSE All-World ETF in eine Vielzahl von Wertpapieren. Als Anleger kauft man somit mit einem ETF-Anteil direkt einen ganzen Korb an verschiedenen Aktien und streut sein Investment damit auf viele einzelne Unternehmensanteile.

Soweit hört sich dies alles nach einem klassischen (und aktiv gemanagten) Investmentfonds an. Allerdings verfolgen ETF „lediglich“ das Ziel, den zugrunde liegenden Index zu kopieren. Aktive Fonds auf der anderen Seite versuchen diesen Rendite-technisch zu übertreffen und verlangen für diese Möglichkeit auch entsprechend oft höhere Gebühren. ETF’s brauchen keine Fondsmanager und sind daher günstiger. Sie bringen dem Anleger aber auch nur die Aussicht auf die gleiche Performance wie der Index des ETF.

Was ist ein ETF-Index?

Als Index gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten. Bekannt sind z.B. der DAX, in welchem die 30 größten deutschen Unternehmen gelistet sind. Ein ETF auf den DAX-Index bildet somit möglichst exakt die Performance des deutschen Aktienindex nach. 30 deutsche Unternehmen, deren Name und Branche man größtenteils kennt. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter einem ETF wie den Vanguard FTSE All-World?

Hierzu muss man sich zunächst einmal den abzubildenden Index ansehen. Dieser ist der FTSE All-World von der Firma FTSE Russel. Dieser Index beinhaltet insgesamt 3241 große und mittlere Unternehmen aus 47 Ländern. Hierzu gehören auch Entwicklungsländer. Der Index deckt somit etwa 90% der global vorhandenen und investierbaren Marktkapitalisierung ab. Die Indexgewichtung wird jeweils im März und September entsprechend der Marktkapitalisierung der Unternehmen angepasst.

Aktien im Vanguard FTSE All-World ETF

Mit Stand vom 31.05.2019 befinden sich basierend auf diesem Index 3219 Unternehmen im Wertpapierkorb des ETFs. Der jeweilige Anteil eines einzelnen Unternehmens in diesem Korb ist nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Dies bedeutet, dass man mit einem ETF-Anteil, sein Geld nicht gleichmäßig auf die 3219 Aktien verteilt. Stattdessen erhält man entsprechend der Gewichtung einen größeren Anteil von Unternehmen mit höherem Börsenwert und die kleineren bekommen nur wenig ab. Für den Vanguard FTSE All-World ETF sieht die Aufteilung der 10 größten Positionen folgendermaßen aus:

Unternehmen
Microsoft2,10%
Apple1,80%
Amazon.com1,60%
Alphabet1,50%
Johnson & Johnson0,80%
Facebook0,90%
Berkshire Hathaway0,90%
JPMorgan Chase & Co0,80%
Exxon Mobil0,70%
Nestle0,70%
Rest88,20%

Eine komplette Auflistung aller Unternehmen, welche in diesem ETF enthalten sind findet man in nachfolgender Excel-Tabelle.

Durch die Gewichtung nach der Marktkapitalisierung investiert der ETF derzeit einen Großteil seines Kapitals in die großen Technologieunternehmen aus den USA. Da sich die Unternehmenswerte und damit die Marktkapitalisierung ständig ändern, kommt es auch hier zu laufenden Anpassungen der Anteile. Schaut man sich die Verteilung nach Ländern an zeigt sich der Fokus auf die USA ebenfalls sehr deutlich:

Hinsichtlich der Branchen, in welche der ETF investiert stellt sich die Verteilung wie folgt dar:

Kauft man sich also heute (Stand: 15.04.2019) einen Anteil vom Vanguard FTSE All-World ETF zum Preis von etwa 76 € werden fest 6 € in die großen Tech-Aktien von Apple, Amazon, Microsoft, Google und Facebook investiert. 41 € davon, und damit mehr als die Hälfte, gehen an US-Unternehmen. Dies sollte man ggf. bei einer ETF-Portfolio-Allokation nach Ländern beachten.

Quelle: Vanguard Global Advisers, LLC,
Portfiliodaten FTSE All-World ETF

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